Im zweiten von drei Teilen möchte ich auf die Themenpunkte Technology, Social Media Marketing, Year-Round Communities, Experiential Trade Show und Non-Attendee Engagement der Studie von Friedman der
IAEE (International Association of Exhibitions and Events) eingehen.
Trend 4 - Technology
Mobile Endgeräte, wie Smartphones oder Tablets haben in den letzten Jahren in allen Lebensbereichen stark an Einfluss gewonnen. Die Kommunikation hat sich durch diese Devices stark verändert. Interaktion ist überall und immer möglich!
Diese permanente Kommunikation kann auch ein gewisses Problem für das klassische (Fach-)Messe-Business bedeuten. Informationen werden ja nach Bedarf direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Das Warten auf eine punktuelle Veranstaltung lässt sich immer weniger vereinbaren.
Natürlich kann die mobile Kommunikation mit den entsprechenden Endgeräten auch für Veranstaltungen genutzt werden. Messeveranstalter müssen die Vorteile dieser Art zu kommunizieren in ihre Veranstaltungen einbauen.
Einige Ansätze werden von Messeveranstaltern schon eingeführt bzw. umgesetzt:
- Online Messekatalog (statt dem gedruckten Messekatalog)
- Orientierungspläne online (statt ausgedruckten Hallenplänen oder Übersichtsplänen)
- Messe-APP (inkl. Produktpräsentation, Mitarbeiterpräsentation usw.)
- Match-Making Onlinetool (zum schnelleren Vereinbaren von Aussteller-Besucher Terminen)
Das sind schon mal erste Ansätze, die mobilen Medien zu nutzen. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass das erst der Anfang an neuen Möglichkeiten und Herausforderungen ist.
Trend 5 - Social Media Marketing
Der "Trend" Social Media, der eigentlich gar kein Trend mehr ist (Bemerkung des Autors), ist gekommen um zu bleiben. Es ist schon jetzt ein signifikanter Effekt auf das komplette Leben von uns Menschen zu bemerken. Natürlich sind auch schon erste Veränderungen bzw. Beeinflussungen im (Fach-)Messe Business erkennbar.
Das Wachstum der bekannten Plattformen (in der Abbildung unterhalb ist ein kleiner Überblick der derzeitigen Plattformen ersichtlich), wie Facebook, Google+, Twitter, LinkedIn oder Pinterest ist stetig und diese Netzwerke kreieren ihre eigene Community und fördern die
zielgerichtete Kommunikation
in einem Ausmaß, dass zuvor nicht zu sehen war.
 |
| Social Media Landscape von Fred Cavazza.net |
Messeveranstalter müssen sich darüber im klaren sein, dass diese "Verbindungen" außerhalb jeglicher Messenetzwerke, Verbänden oder der von Unternehmen veröffentlichten Informationen angesiedelt sind.
Werbebudgets von Unternehmen (Ausstellern) verschieben sich zu Gunsten dieser neuen Kommunikationsmöglichkeiten.
Messeveranstalter müssen diese Plattformen für ihre Zwecke nutzen (natürlich zuvor verstehen) und implementieren, anstatt Social Media als Mitbewerber zu sehen und dagegen mit Argumenten "pro Messe und contra Social Media" anzukämpfen.
Social Media muss unbedingt in allen Facetten in den Marketing-Mix der (Fach-)Messeveranstalter integriert werden.
Trend 6 - Year-Round Communities (Ganzjahresplattformen oder Netzwerke)
Bis dato läuft die Messekommunikation so ab: Knapp vor einer Messe wird mit der Bewerbung und Kommunikation über unterschiedlichste Kanäle begonnen (in Richtung Messebesucher) - die potenziellen Messeaussteller werden ab 12 Monaten vor einer Exhibition "informiert". Die Dichte der Informationen nimmt dabei direkt vor dem Event stark zu. Es folgt dann während der Messe nochmals eine geballte Ladung an Aktionen und endet relativ schnell mit einer Rückschau auf die zuvor beendete Veranstaltung. Die Konzentration der Information, Werbung und Kommunikation ist folglich Rund um den Veranstaltungstermin.
Die meisten Monate im Jahr ist die (Fach-)Messe aber unsichtbar!
Auch die elektronische Kommunikation über die Website, Social Media usw. folgt diesem Prinzip der Infobündelung um den Messetermin herum.
Das Internet mit seinen Möglichkeiten ist aber eine "Ganzjahresplattform" die 24/7 verfügbar ist. Die Communities, die sich im Netz bewegen (und das sind schon fast wir alle) haben sich bereits an diese permanente Verfügbarkeit gewöhnt.
Das Konzept (Fach-)Messe, dass noch dem periodischen Mustern folgt, kann diese immerwährende Zugriffsmöglichkeit nicht bieten!!
Messen müssen sich diesem ganzjährigen, 24/7 Diktat der Verfügbarkeit anpassen!
Es muss ein 24/7 Content über Social Media geliefert werden. Entsprechende Kommunikations- und Content-Strategien müssen entwickelt und umgesetzt werden. Die Zeiten der Periodisierung sind endgültig vorbei.
Trend 7 - Experiential Trade Show
Neben all den elektronischen Möglichkeiten, wie Social Media, Website usw. darf der "Erlebnisfaktor" einer (Fach-)Messe nicht vernachlässigt werden. Es handelt sich bei einer Messe um ein Kommunikationstool, d.h. Menschen interagieren
DIREKT mit anderen Menschen. Dazu nutzen sie alle Sinne für die unterscheidbare Informationsversendung und dem Empfang von Nachrichten. Gerade diese Live Communication Events können sich gegenüber den digitalen Informationskanälen unterscheiden.
Messeveranstalter müssen dieses Asset gezielt einsetzen. Der Messebesuch soll sowohl für den Besucher, als auch den Aussteller ein Erlebnis sein. Menschen wollen im Rahmen einer Exhibition auch einen emotionalen Mehrwert erleben können.
- Was ist aber genau dieses Erlebnis?
- Was erwarten sich die Menschen (nicht die Rolle der beruflichen Funktion sondern der Mensch selbst) von einer (Fach-)Messe?
- WIE kann die Messe bzw. das Messekonzept gestaltet werden, damit ein Erleben möglich wird?
Sowohl Veranstalter als auch Aussteller müssen sich ernsthaft und
KREATIV mit dieser Thematik beschäftigen.
 |
| Daimler booth |
Trend 8 - Non-Attendee Engagement
Mit Non-Attendee´s sind Nichtaussteller gemeint, die aber als Aussteller thematisch zur (Fach-)Messe passen würden. Natürlich hätte jeder Messeveranstalter so viel Aussteller als möglich. Es wird aber immer Unternehmen geben, die (noch) nicht vom Messeformat oder Konzept überzeugt werden konnten.
Wie findet man aber diese "Nichtaussteller" bzw. wie können sie für die Messe begeistert werden?
Im Normalfall wird hier aktiv auf die Suche gegangen. Entweder der Veranstalter hat einen gewaltigen Datenpool oder es werden extern Adressdaten von potenziellen Ausstellern zugekauft und diese dann angeschrieben oder angerufen (also kalt akquiriert).
Genau hier liegt aber die Krux an der Sache, da "kalt angeworbene" Kontakte nur schwer zu begeistern sind. Viele Faktoren spielen da gegen den positiven Abschluss (wie der falsche Zeitpunkt, falscher Ansprechpartner, falsche Kommunikationswege usw.).
Hier kommt
SEO (Search Engine Optimization) ins Spiel.
Durch die
richtigen Key-Words (auf der Website, in den Social Media Tools usw.) und den
richtigen Content werden die potenziellen Aussteller bzw. Interessenten auf die (Fach-)Messe aufmerksam.
Dadurch ist die Aktivität beim Interessenten...und das Gespräch zw. dem Projektteam des Messeveranstalters und dem möglichen neuen Aussteller wird auf einer ganz anderen Ebene geführt.
Man könnte das auch Pull-Marketing Strategie nennen!
Der Veranstalter muss sich nur eine spannenden und informative Content-Strategie überlegen (natürlich 24/7), die über Social Media, Website usw. verbreitet wird.
Wie der aufmerksame Leser bemerkt hat, ist der Inhalt dieses Blogposts (wie immer von mir) nicht nur vergleichend zitiert, sondern auch von mir mit (teilweise stichigen) Bemerkungen versehen.
Um die Lesezeit nicht über zu strapazieren, soll jetzt mal Schluss sein.
Im dritten und letzten Teil dieser Blogreihe widme ich mich den Trends "Exhibitors", "International Trends Impacting Exhibitions", "Internet Connectivity", "Privat Events" und "Complexity" gefolgt von einem kurzen Statement meinerseits.
Bis demnächst,
Alex E.