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Mittwoch, 7. Januar 2015

Wenn Quadratmeter, Newsletter und Telefonanrufe zum Messeerfolg nicht mehr reichen!

Content and Customer are the KING

Natürlich ist die Information nicht neu, dass sowohl der Content, als auch der Kunde "König" sind. Der Customer wurde zum "König" gekrönt als sich der Markt von einem Verkäufer- zu einem Käufermarkt gewandelt hatte. Es gibt in fast allen Bereichen des Wirtschaftslebens mehr Angebot als Nachfrage -> die logische Konsequenz ist die Verdrängung von Mitbewerbern. Mit immer mehr und ausgefeilteren Methoden wird der potenzielle Kunde geködert und verlockt.
Der Kunde steht im Zentrum aller Wirtschaftstreibenden
Diese Sichtweise der Kundenorientierung ist noch nicht bei allen Unternehmen angekommen. Eigentlich muss man drüber froh sein, sonst würden sich noch mehr Firmen um den "Kuchen" streiten. Während die "Nachzügler" die Kundenorientierung jetzt mal als nächsten Schritt andenken bzw. die Unternehmensphilosophie in Richtung Customer ausrichten, haben die anderen Marktteilnehmer schon den nächsten Schritt vollzogen ->
Contentmanagement
Warum wird jetzt der Inhalt der Aussendungen interessant?
Da immer mehr Unternehmen hohle Werbeversprechen über Print, Radio, TV oder Online an das entsprechende Zielpublikum versendet. Die Menschen werden mit diesem "Trash" überladen und die Werber können sich immer weniger voneinander unterscheiden.
Findige Köpfe sind dann auf die Idee gekommen, statt leerer Werbeversprechen, doch mal "echten" Inhalt zum Thema ihrer Produkte oder Dienstleistungen in den Ether zu schicken.

Jetzt versuchen alle Unternehmen "Content" zu liefern. Der potenzielle Kunde soll einen Mehrwert durch die Informationsaussendungen erhalten und so überzeugt werden.
Inhalt mit Mehrwert - die Schlacht um den Kunden geht weiter
Soviel zur Kunden- und Inhaltszentrierung.

(Fach)-Messen - das Spiegelbild der Wirtschaft in punkto Kundenaufmerksamkeit

Auch in der  (Fach)-Messe und Exhibitions-Branche sieht die Welt so aus. Die Zeiten, wo die Messe das einzige Medium der Neuheitenschau und Informationsbeschaffung war sind vorbei. Ein fast übermächtiger Mitbewerber hat sich entwickelt (und ist noch nicht mal annähernd am Ende seiner Metamorphose) -> das Internet und seine Eliten (Google, Facebook, Twitter, YouTube, Alibaba, Amazon usw.)

Zu diesem Thema bzw. Themen möchte ich Adam Breeze (Head of Inward Investment, English Partnerships, the UK government regeneration agency) zu Wort kommen lassen:

Zitat:

"Das Internet stellt eine Herausforderung für jedes Geschäftsmodell dar und Fachmessen bilden da keine Ausnahme. Vor nicht allzu langer Zeit konnte man potenzielle Kunden und Lieferanten nur durch Mundpropaganda, Telefongespräche oder Treffen auf Fachmessen und Konferenzen kennenlernen. Durch die sozialen Medien hat sich dies jedoch geändert. Plattformen wie LinkedIn, Twitter und Xing können als virtuelle Treffen fungieren, bei denen man, wenn man klug und zielgerichtet vorgeht, wichtige Verbindungen schmieden und neue Geschäftsmöglichkeiten in jedem Winkel der Welt schaffen kann, ohne den Schreibtisch je zu verlassen.
Vor wenigen Jahren schrieben Beobachter über den „Tod der Fachmesse“ und wiesen auf die sinkende Zahl von Teilnehmern angesichts der Konkurrenz durch virtuelle Aktivitäten hin, die kostengünstiger waren und bei denen man nicht stundenlang auf sein Gepäck warten musste. Diese Schwarzmaler waren voreilig. Wenn es etwas gibt, das uns das Internetzeitalter gelehrt hat, dann ist es, dass persönliche Beziehungen wichtiger sind denn je. Der unaufhaltsame Aufstieg der sozialen Medien ist der Beweis dafür.
Fachmessen, die Online-Möglichkeiten nutzen, um ihr physisches Angebot zu verbessern, werden erfolgreich sein. Zu viele Messeveranstalter verstehen soziale Medien nur als reines Marketing-Instrument, um ihre Werbeaktionen in den Monaten vor der Veranstaltung zu forcieren. Darum geht es aber nicht. Fachmessen entwickeln sich zu kontinuierlichen Gesprächen innerhalb von Gemeinschaften gleichgesinnter Menschen, die das ganze Jahr über online und offline stattfinden.
Viele der professionellsten und am besten organisierten Fachmessen finden in Deutschland statt. Die großen Kongresshallen in Hannover, München und Düsseldorf ziehen jedes Jahr Millionen von Geschäftsleuten an. Auch wenn nicht die Anziehungskraft wie Las Vegas, Cannes oder Orlando haben, so schneiden sie doch sehr gut ab, wenn es darum geht, Geschäfte anzukurbeln und abzuschließen. Die größeren Messen wie CeBIT, MEDICA, Hannover Messe und EXPO REAL bringen frühere und zukünftige Teilnehmer und Aussteller in Online-Gemeinschaften zusammen. LinkedIn-Diskussionsgruppen für diese Messen bieten Neuigkeiten sowie Informationen und sind eine Quelle potenzieller Kontakte, die vor dem Abflug zum Messebesuch neu belebt werden können.
Um in der heutigen immer stärker miteinander konkurrierenden und globalisierten Geschäftswelt Erfolg zu haben, ist ein intelligenterer Dialog mit dem Zielpublikum erforderlich. Mehrere Tausend Mailings, Hunderte von Werbeanrufen und ein paar Ausstellungsstände reichen einfach nicht mehr aus. Sorgfältige Identifizierung Ihrer Zielkunden zusammen mit Echtzeitüberwachung der Gespräche und Trends in Ihrer Branche oder Ihrem Sektor sind jetzt von Ihrem Computer aus möglich.
Durch den maximalen Einsatz von Online-Tools können Sie Ihre Messeerfahrung revolutionieren und vergrößern, nicht ersetzen"(Adam Breeze, http://blog.exporeal.net/de/2014/08/das-sich-veraendernde-virtuelle-gesicht-von-fachmessen/, 26.08.2014)

Fokus auf den Kunden (Besucher)!

Es steht laut der Meinung von Adam Breeze außer Frage, dass sich die (Fach)-Messeveranstalter stärker auf die Besucher mit ihrer Aufmerksamkeit richten müssen. Die Besucher sind ja schlussendlich die, für die die ganze Show organisiert wird. Nicht die Aussteller sind der Schlüssel zum Erfolg, sondern die Besucher!
Bis dato haben die Veranstalter über das Besucherwissen der ausstellenden Unternehmen versucht, Besucher zu generieren -> "der Aussteller kennt ja seine Kunden und potenziellen Kunden besser als wir als Messeveranstalter", hört man allerorts von Veranstalterseite. Das stimmt schon, nur wird es in der Zukunft nicht reichen, als Dienstleister oder noch besser "Relationship-Broker" sich auf die Aktionen und Werbewillen der Aussteller zu verlassen!
Die ausstellenden Unternehmen bezahlen für eine Messestandfläche (evtl. auch den Messestandbau) und möchte für diese Summe auch interessiertes Publikum auf der Veranstaltung haben.

Klar ist natürlich, dass ein Veranstalter OHNE die Hilfe der ausstellenden Unternehmen schwer die Hallen füllen kann. Das Ziel sollte es aber schon sein -> das Standing gegenüber den Ausstellern (in punkto Preiserhöhungen usw.) wäre dann natürlich weitaus besser.

Messeveranstalter müssen über die elektronischen Möglichkeiten, wie Website, Messe App, Matchmaking-Tools, virtuelle Showrooms, Social Media Plattformen (LinkedIn, Xing, Twitter, YouTube) näher an den Besucher heran kommen.

Dazu muss der Besucher zu aller erst einmal bekannt sein! Dann muss ich die Wünsche, Sorgen, Probleme und Zukunftsvorstellungen der potenziellen Besucher in Erfahrung bringen und genau dort die Lösungsansätze präsentieren.
Damit der Besucher aber überhaupt über sämtliche, der oben erwähnten Tools von der Messe Notiz nimmt, muss dem Besucher ein Mehrwert (Content) geliefert werden. Nur einfach irgendwelche Pseudonews oder belanglose Informationen, die gar nichts mit dem Thema der Messe zu tun haben, zu posten, reichen da nicht aus.

Der Messeveranstalter muss mit seinen bestimmten Messemarken ein Branchenmittelpunkt in den einzelnen Themen sein. Dazu muss natürlich die Messeorganisation gänzlich neu aufgestellt werden.

Mehr Kundenorientierung und Lieferung von Inhalten mit Mehrwert kann das Messebusiness retten. Dazu bedarf es aber weit mehr als nur die Einführung von elektronischen Spielereien -> die Messe muss sich in ihrem Wesen komplett wandeln.

Mehr dazu in den nächsten Blogposts,
Alex E.