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Mittwoch, 17. Dezember 2014

Welche Trends werden Fachmessen und Exhibitions in der Zukunft beeinflussen - Teil 3 von 3 plus Summary

Dritter und letzter Teil der Reihe "Welche Trends werden Fachmessen, Exhibitions bzw. Ausstellungen in der Zukunft beeinflussen". Acht Trends wurden schon beleuchtet. Jetzt folgen noch Trends in den Bereichen "Exhibitors", "International Trends Impacting Exhibitions", "Internet Connectivity", "Private Events" und "Complexity". (IAEE White Paper 2013)

Trend 9 - Exhibitors

Die neue Generation von Führungskräften, Marketingmanagern und Mitarbeitern in der Vertriebssteuerung sind durch das Aufwachsen mit Smartphones, Google, Facebook usw. sehr stark auf elektronische Übertragungen mittels mobilen Geräten fokussiert. Privat wie beruflich wird immer mehr elektronisch kommuniziert. In vielen Unternehmen ist die Fertigkeit der Handhabe von neuen Medien wichtiger als die klassische Face2Face-Kommunikation. Empathie und das Spiel mit Gestiken, Mimiken oder der Tonlage wird immer weniger gelehrt und in Firmen selten gefördert.

Da scheint es nicht verwunderlich, dass Marketingbudgets von der Fachmesse oder Exhibition weg, hin zu elektronischen Werbe- und Kommunikationsformen verschoben werden.

Die Messeveranstalter sollten in dieser Richtung Schulungsmöglichkeiten des Standpersonals von Ausstellern bereitstellen. Nur wenn der Nutzen der Live-Communication bekannt ist und auch richtig angewendet wird, wird das Potenzial des Marketinginstruments "Fachmesse" zur gänze ausgenutzt. In Rahmen einer Messe können so viel mehr Eindrück an den potenziellen Kunden gesendet werden, als es das Tool Onlinemarketing" je zustande bringen könnte.
Kommunikation ist mehr als Informationen austauschen

Trend 10 - International Trends Impacting Exhibitions

Wie in allen anderen Branchen ist die Globalisierung auch im Messe- und Ausstellungswesen nicht aufzuhalten. Nationale Messemarken expandieren in andere Länder (vorzugsweise Länder mit einer höheren Wachstumsrate als das Ursprungsland). Es werden Geschäftsbeziehungen, Joint Ventures oder Lizenzvereinbarungen zwischen den Fachmesseveranstaltern vereinbart.
Diese Brands begleiten die exportierenden Unternehmen in die Zielmärkte bzw. bieten heimischen exportierenden Unternehmen eine Plattform zur Leistungsschau und Vernetzung in den Fokusmärkten. Ein Problem bei dieser "Vervielfachung" der Fachmessen ist, dass im Inland Aussteller und auch Besucher aus dem Ausland fernbleiben (da es in deren Land ja eine entsprechende Messe gibt). Das wiederum kann auch für die inländischen Aussteller (Thema Besucherschwund) zum Problem werden. In der Zukunft müssen die Messethemen viel mehr global gesteuert und aufeinander abgestimmt werden (natürlich wird es da zu Marktbereinigungen kommen!)

Trend 11 - Internet Connectivity

Durch den vermehrten Einsatz von Messe APP´s, Matchmaking, interaktiven Hallenplänen, Online-Messekatalogen oder QR Code´s als Infoportal bei den Ausstellern wird auch das WLAN Netz der Messegelände immer stärker gefordert. Die Bandbreite muss gesteigert und Netzsicherheit gewährleistet werden (und noch vieles mehr).

Derzeit gibt es im Angebot der Messeveranstalter alle Möglichkeiten - vom Gratisinternet bis zum teuren High End LTE Netz. Oft wird mit kostenlosen WLAN für Besucher geworben. In der Realität ist dann meist die Bandbreite sehr gering, der Zugang zeitlich stark beschnitten und der Registrierungsprozess aufwendig.

Durch vernünftige Bandbreiten, einen leichten Zugang und keine zeitlichen Beschränkungen oder verwirrende Nutzungsbedingungen können Veranstalter punkten. In einer Zeit des permanenten "Online-Sein´s" wird das die Pflicht und nicht die Kür!
...war gestern -> heute muss es allerorts WLAN geben

Trend 12 - Private Events

Der Trend, dass im Rahmen einer Fachmesse eine private (geschlossene) Veranstaltung von Ausstellern durchgeführt wird ist nicht neu, verstärkt sich aber in den letzten Jahren zusehends.
Aussteller möchten dabei das Umfeld der Fachmesse nutzen, jedoch ihren wichtigen Kunden ein zusätzliches besonderes Event anbieten. Diese Veranstaltungen werden unter den Schlagworten "Hosted Buyer Event" oder "Scheduled Appointments" in der Literatur und der praktischen Anwendung firmiert.
Wenn Messeveranstalter diese Möglichkeiten nutzen und auf die Marketingziele und Wünsche der Aussteller eingehen, kann das die eigentliche Fachmesse erheblich im Wert steigern.

Wichtig dabei ist die stärkere Vernetzung und Kommunikation mit den Ausstellern!



Trend 13 - Complexity

Die Zunahme des Wettbewerbs bei Messeausstellern und Messebesuchern, die Veränderungen im Marketing bzw. den Kanälen der Kommunikation und die Zunahme der Nutzung von immer hochtechnologisierenderen Medien und Tools führt zu einer immer größeren Komplexität im Geschäftsumfeld.
Um eine zukunftsorientierte Face2Face-Veranstaltung, wie sie Fachmessen sind, zu organisieren müssen Aussteller-, Besucher- und andere Stakeholder-Informationen (Ziele, Probleme, Wünsche) erkannt werden. Nur über das umfassende Wissen über alle Beteiligten kann ein entsprechendes Messeformat entworfen werden.

Die Fähigkeiten, die Messemanager und Messeteams zukünftig haben müssen, werden strategischer, und marketing-zentriert. Des Weiteren muss ein technologisches Kommunikationsbewusstsein vorhanden sein. Wollen sie eine bestimmende Rolle spielen, müssen sie Gefahren, Chancen und Risiken von bestimmten Entwicklungen in der Kommunikation und Technologie direkt abschätzen können.

Es wird wichtig sein, sich mit der Strategie von Messethemen auch langfristig auseinander zu setzen. Dabei muss die Unterscheidung von Strategie und Taktik bekannt sein, um entsprechend kurz-, mittel- und langfristig agieren zu können.

Nur wenn eine Strategie vorliegt, kann der immer höher werdenden Komplexität (die auch immer schneller von statten geht) entgegen gewirkt werden.
Strategy - OHNE gehts nicht!!

Summary Trends Impacting the exhibitions and events industry by AE

Mit meiner Zusammenfassung möchte ich mich an dieser Stelle eher kurz halten und einzelne Key-Findings in eigenen Blogposts näher betrachten.

Es kann subsumiert werden, dass es für regionale, nationale, aber auch internationale Fachmesseveranstalter und Messe(hallen)betreiber in den nächsten Jahren nicht einfacher werden wird.

Die größere Anzahl an Fachmessen pro Thema, der Überhang an Ausstellungsfläche, der digitale Mitbewerb (wie Suchmaschinen, Social Media Plattformen, Bewertungsplattformen usw.) oder die Globalisierung an sich führen zu einem Schwund von Besuchern (und folgend von Ausstellern) bei einzelnen Veranstaltungen.

Der rote Faden der 13 Trends, die in dieser Blogreihe zuvor behandelt wurden, findet sich im Bereich des höheren Kunden bzw. Besucherwissens (welche Ziele hat der Aussteller und der Besucher, was sind deren Sorgen und Probleme und wie können beide Gruppen optimal bei ihrer Lösungssuche unterstützt werden), des zukunftsfähigen (flexiblen und angepassten) Umgang (und die Nutzung) von digitalen Medien, dem Blick über den "Quadratmeter-Tellerrand" und vor allem der Implementierung einer Strategie, wie auf die veränderten Rahmenbedingungen eingegangen werden soll (dabei geht es aber nicht um taktische Maßnahmen, die nur oberflächlich ansetzen können -> Stichwort Messe-App Einführung oder ähnliche kosmetische "Spielereien").

Derzeit können eher oberflächliche Korrekturen bei den Messeveranstaltern gesichtet werden. Aber da verhält es sich wie in der Schifffahrt -> große Tanker können auch nur schwer manövriert werden bzw. müssen von kleineren Booten in die Position gebracht werden. Messeveranstalter agieren oftmals auch wie "Supertanker" -> eine Möglichkeit wäre auch in diesem Fall, den "Tankern" wendige und schnelle "Rangierboote" zur Seite zu stellen (z.B. ausgelagerte Geschäftseinheiten oder Profitcenter, die quasi die Innovationsschmieden oder Vertriebsorganisationen der Messeveranstalter sein könnten)!

In diesem Sinne und bis demnächst,
AE