Dienstag, 11. November 2014

Zunahme der Kommunikation - Fluch oder Segen für (Fach)Messen?

Kommunikation ist ein essentieller Bestandteil unseres Business-Alltages. Egal welches Produkt oder welche Dienstleistung angeboten wird, OHNE Kommunikation kann das nicht funktionieren. Bis vor einigen Jahren war die Kommunikation im geschäftlichen Tagesablauf aber überschaubar und in noch kanalisierten Bahnen gelenkt. Es gab die mündliche Kommunikation (Face2Face, Telefon) und die schriftliche Form (der gute alte postalische Brief und das Email; SMS war und ist im Businessbereich weniger ein Thema). Alles im allen noch für den einzelnen Menschen erfass- und bearbeitbar.
Mit dem Erfolg von Social Media (wie (Fach)-Foren (ja das zählt da auch dazu) oder Social Media Plattformen (Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn usw.) hat sich


  • die Geschwindigkeit der Informationsübermittlung 
  • die Menge der versendeten und empfangenen Information
  • die hohe Erwartungshaltung eines schnellen Response auf versendete Nachrichten
  • und die persönliche Absicherung durch Integration von mehreren Empfängern
drastisch erhöht. Dies führte und führt oftmals zu einem Informationsoverload bei den Empfängern und einen hohen Zeitaufwand bei den Versendern (die negativen Folgen für den Arbeitsfluss usw. lassen wir mal an dieser Stelle weg).

Folgen des Informationsoverloads
Harald Kötter  AUMA_blog schreibt auch dazu, dass sich in diesem Zusammenhang Organisationen sehr stark mit sich selbst beschäftigen, und das OHNE Zufuhr von außen. Durch interne Vermerke und Weiterleitungen ensteht so ein internes Informationssystem, das sehr viel an Organisationsressourcen verbraucht. Eine Abhilfe würden hier neue übergeordnete Regelungen schaffen, obwohl die Zunahme an neuen Informationstools wahrscheinlich höher ist, als neue Regelungen geschaffen werden können (Harald Kötter, 2014, http://blog.auma.de/wieviel-kommunikation-braucht-der-mensch/, Stand vom 11.11.2014).

DAS WESEN DER (FACH)-MESSEN

Was haben jetzt (Fach)-Messen mit der Zunahme an Kommunikation zu tun bzw. hat diese Zunahme ein Auswirkung auf das Messewesen?

Dazu muss man wissen (und das wissen sicher alle), dass Messen oder Exhibitions auf ihrem Marktplatz (Messehalle oder Messegelände) durch das Zusammenführen von Angebot (Aussteller) und Nachfrage ((Fach)-Besucher) die Kommunikation anregen. Viel mehr noch ist das Wesen einer Messe die Interaktion und Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern. Eine (Messe)-Veranstaltung OHNE das Gespräch und die Reizaufnahme über alle Sinne würde wahrscheinlich nicht funktionieren. Messestände werden unter dem Gesichtspunkt der Kommunikation entworfen, Besucherströme werden durch eine intelligente Messestandplatzierung zum verweilen und interagieren "gedrängt".
Auch die Kommunikation vor der eigentlichen Veranstaltung ist für die Stakeholder (Besucher, Aussteller, Veranstalter u.a.) immens wichtig. Informationen werden scheibchenweise angeliefert und der Spannungsbogen wird bis zur Messe stetig vom Veranstalter und den Ausstellern aufgebaut.
OHNE KOMMUNIKATION WÜRDE DAS NICHT FUNKTIONIEREN!!

Interaktion und Kommunikation als Wesen der (Fach)-Messe
DAS DILEMMA DER (FACH)-MESSEN

Jetzt gibt es, wie oberhalb beschrieben, die Zunahme der Informationsflut im Arbeitsalltag (auch privat ist eine gravierende Informationsüberreizung zu beobachten) - es wird dadurch für alle beteiligten immer schwieriger, wichtige von weniger wichtigen Nachrichten und Informationen zu unterscheiden.
Aussteller und Veranstalter von Exhibitions bzw. (Fach)-Messen setzen aber auch auf die Kommunikation. Die Unterscheidung im Vorfeld der Veranstaltung zu anderen Informationen wird immer schwieriger. 
Es ist aber auch zu beobachten, dass Informationen über Neuheiten und Innovationen verstärkt über elektronische Medien gesammelt werden. Suchmaschinen wie "Google Search" vereinfachen in vielen Fällen die Aufgaben im Geschäftsumfeld. Die zeitliche Komponente eines Messebesuchs soll in diesem Rahmen gar nicht näher betrachtet werden, obwohl das auch ein gravierender Faktor ist. 

Damit wird die Aktivierung der Besucher im Vorfeld auch immer schwieriger!

Hat eine (Fach)-Messe bzw. die Aussteller Messebesucher auf die Veranstaltung ziehen können, wird es für die ausstellenden Unternehmen auch immer schwieriger, die Besuchergruppen auf die Messestände zu "locken" und für ihr Produkt oder Dienstleistung zu begeistern. Zu übermäßig und teilweise auch mächtig ist die Information, die die Besucher von der Produkt- und Leistungsschau abhält (Besucher erhalten auch auf der Messe Anrufe, Emails oder werden durch Social Media abgelenkt). Da sich der Mensch auf nur wenige Eindrücke und Informationen konzentrieren kann, werden oftmals Abstriche bei der Informationssammlung im Rahmen des Messebesuchs gemacht.

Fazit:
Einerseits ist die Möglichkeit, Informationen einfach, schnell und kostengünstig zu versenden eine "gute" Entwicklung im Umfeld der Kommunikation. Andererseits ist die Informationszunahme, die durch diese Einfachheit des Versenden ensteht, eine Belastung für den Menschen und die Interaktion zwischen den Individuen. 
Da Messen per se von der Kommunikation und Interaktion leben, leiden sie auch verstärkt unter dieser Informationsflut und den neu entstandenen Mitbewerbern am Markt.

Die Frage, die sich stellt ist, 

wie sich (Fach)-Messen bzw. Exhibitions in der Zukunft aufstellen und verändern müssen, um nicht ihre Daseinsberechtigung zu verlieren und im Informationsmeer unter zu gehen?

Diese und ähnliche Fragen sollen in diesem Blog behandelt werden und eventuell auch die eine oder andere Lösung entstehen.

Beste Grüße,
AE



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen